Danke, Frau Kaufmann!

Danke, Frau Kaufmann!

Nach 37 Jahren geht unsere Stufenleiterin der Realschule, Frau Kaufmann, in den wohlverdienten Ruhestand. Der Schulalltag ohne sie ist kaum vorstellbar. Wir danken ihr für ihren  unermüdlichen Einsatz, der nicht nur als Lehrerin und Stufenleiterin sichtbar wurde. Auch in den zahlreichen Festen und Feiern war ihre Handschrift deutlich zu lesen.
Wir danken Frau Kaufmann ganz herzlich für ihre langjährige, treue Arbeit und sind zugleich froh, in Frau Weil eine kompetente Nachfolgerin gefunden zu haben. Beiden wünschen wir ein gutes Einfinden in den neuen Lebensabschnitt und Gottes Segen!

 

Im aktuellen Magazin erschien ein Gespräch zwichen Frau Kaufmann und ihrer Nachfolgerin Frau Weil, das wir an dieser Stelle gerne noch einmal veröffentlichen:

Weil: Kannst du dich noch an deine ersten Eindrücke von der Schule erinnern? Erzähl mal!

Kaufmann: 1984 gab es nur zwei hölzerne Pavillons im Heegstrauchweg, ca. 20 Jahre alt. An manchen Stellen regnete es herein und wir mussten Eimer aufstellen, um die Tropfen aufzufangen. Es gab nur zwölf Lehrer und neun Klassen, sodass jeder Kollege jeden Schüler kannte. Ich hatte das Glück, die allererste Realschulklasse 5 zu unterrichten – nur elf Schüler, die mit mir im Kreis saßen und nicht nur über Mathematik und Deutsch, sondern alle möglichen Belange ihres Alltags plauderten. Auch unsere erste Klassenfahrt mit der 5G nach Albshausen trug sehr zur Gemeinschaft miteinander und mit den Kollegen bei.

Weil: Das gibt es ja nicht – 1984 war auch mein Start an der AHFS, und zwar in der Klasse 5G in den von dir beschriebenen Pavillons! Das kaputte Dach wurde hin und wieder von meinem Vater repariert. Einmal ist dabei mein kleiner Bruder während meines Englischunterrichts vom Dach in einen Busch gefallen. Der Aufenthalt in Albshausen war nicht nur deine, sondern auch meine erste Klassenfahrt. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie du Gitarre gespielt hast und wir gemeinsam am Lagerfeuer gesungen haben. Auch damals spielten wir schon eine Form von Baseball … Welche besonderen Momente hast du aus den weiteren Jahren noch so in Erinnerung?

Kaufmann: Am eindrücklichsten sind mir natürlich die Bauphasen im Gedächtnis geblieben – Eltern und Lehrer und oft sogar die Schüler betätigten sich als Bauhelfer, und wir waren immer gerade so zu Schuljahresbeginn mit den neuen Räumen fertig, die wir dringend brauchten. Am meisten Freude haben mir unsere Klassenfahrten, Feste und Feiern gemacht, in den letzten Jahren besonders die Musicalprojekte. Viele schauspielerische, musikalische, organisatorische und soziale Begabungen der Schüler habe ich da bewundert.

Weil: Da würde ich für mich sehr gerne auch noch das Sportfest und die Projekttage ergänzen. Ich habe große Freude daran, mit Schülern außerhalb des Schulgeländes in Aktion zu sein. Besonders mochte ich den Kletterwald, Ausflüge zum Zeichnen in den Zoo oder in Gießener Museen … Hast du noch einen guten Rat für mich als neue Stufenleiterin?

Kaufmann: Es hilft sehr, alle Realschulklassen tatsächlich zu kennen, d.h. auch irgendwann einmal zu unterrichten. Am Anfang hatten wir ja nur sechs Realschulklassen, da war das leicht möglich. Später haben mir diese Zusatzveranstaltungen geholfen, weil ich da dann auch die Schüler erlebt habe, die ich nicht aus dem Unterricht kannte. Mir scheint es mehr denn je wichtig, Beziehungen zu pflegen und Gespräche zu führen – das lohnt sich für das Miteinander immer … Vielleicht hast du auch für mich einen Tipp für den Ruhestand?!

Weil: So wie ich dich kenne, brauchst du da keinen Rat von mir. Du bist aktiv, schnell für Neues zu begeistern und interessiert an Menschen und Dingen. Ich kann mir vorstellen, dass du nun endlich einmal Zeit hast, dein Haus und den Garten zu genießen und sonstigen Hobbys nachzugehen. Außerdem weiß ich, dass jetzt schon einige andere Aufgaben, aber auch Menschen darauf warten, dass du mehr Zeit für sie hast … Was sind deine Wünsche für die Schule?

Kaufmann: Ich finde, das Lied „Gut, dass wir einander haben“ passt sehr gut zu unserer Schulgemeinschaft. Ich habe all die Jahre immer Unterstützung gefunden, wenn ich sie besonders brauchte – Menschen, die für mich beteten, mich berieten oder praktische Hilfe anboten. Und dass das jedem so geht, der dazugehört und dazukommt, diese Erfahrung wünsche ich unseren Schülern, Eltern und Lehrern.

Zurück